Fundmeldung!

Am 08.04.2022 wurde die Buddel #163 von einer super netten Familie am Strand nördlich von Castricum aan Zee in Nordholland gefunden. Das ist gar nicht so sehr weit vom Ausgangspunkt entfernt. Die Flasche ist also knapp 3 Wochen parallel zur Küste gedriftet, bis sie angespült wurde. Hier sind die Fundbilder, die ich netterweise zeigen darf:

Das erste Foto zeigt die südliche Richtung vom Strand, das zweite Foto die nördliche Richtung. Wie man sehen kann, war es zwischenzeitlich auch wieder stürmisch an der Küste.

Die Neugier wurde beim Finden noch bezwungen, erst am Nachmittag durften die Töchter die magische Flasche öffnen:

Der Flaschenpostbrief in spezieller Falttechnik gefiel besonders einer der Töchter, die sich nun auch für das Thema interessiert :-) Wie schön! Ich freue mich ganz doll, dass meine Buddel Freude gebracht hat und bedanke mich ganz herzlich für die überaus schöne Fundmeldung!

Etwas ganz Besonderes

war dieser letzte Abend am Strand. Eine Buddel war noch übrig, leicht und ideal für die Windvorhersage auch für die nächsten Tage. Sie könnte eine weite Reise antreten. Eine Stunde nach Scheitelpunkt der Flut waren wir am Strand und haben erstmal ein Bild von Buddel #163 festgehalten und uns einen Blick über die Einwurfmöglichkeiten verschafft.

Buddel #163

Sehr unregelmäßige Dünungswellen, einige davon ziemlich hoch. Aber wir haben ja noch Zeit, laufen eine Weile Richtung Norden und beobachten, wo sich die Sandbänke bilden. Welche davon ist relativ trockenen Fußes erreichbar? Wo ist das Auflaufen der Dünungswellen ruhiger? Sämtliche Buhnen sind auch versandet, die Strömungsverhältnisse lassen sich also nicht mehr mit früheren Gegebenheiten vergleichen.

Diese hier scheint geeignet zu sein, deutlich weniger hohe auflaufende Wellen. Doch der Wind kommt aus Nordost. So muss ich aufpassen, dass die Buddel nicht nach dem Einwurf direkt Richtung Süden in den nächsten Abschnitt der kabbeligen Wellen hineingedriftet wird.

Also bis zum äußersten nördlichen Punkt der Sandbank gelaufen und schnell nochmal die Buddel #163 in voller Schönheit präsentieren:

Ja, sie ist schon speziell mit dem Flaschenpostbrief. Mal etwas Neues ausprobiert, nachdem mich jemand für die Idee begeistert hat :-) Nach dem Einwurf nimmt sie auch zügig Fahrt auf. Sie liegt wirklich auf dem Wasser und bietet somit eine gute Angriffsfläche für den Wind.

Gute Reise und einen glücklichen Finder!

Danach haben wir noch lange Zeit an den Dünen im Sand gesessen und etliche Leute beobachtet, die im frisch angeschwemmten fossilen Holz gestöbert haben. Sie waren überaus emsig haben fast jeden Zentimeter umgegraben ;-)

Auf dem Rückweg bin ich auch daran vorbeigeschlendert und habe Ausschau nach Meerglas gehalten. Plötzlich funkelte mir etwas orangefarbenes entgegen. Wow, so ein toller Bernstein! Den nehme ich als besonderes Geschenk mit :-)

Ein ganz besonderer Abend, den ich im Herzen behalten werde. Der krönende Abschlus einer wunderbaren Zeit an meinem Seelenort.

Die Buddel #163 driftete derweil Richtung Sonnenuntergang …

Aussortieren

Meerglas ist rar geworden hier an der Küste – und ich habe unterschiedliche Strandabschnitte besucht. Meine Funde über 10 Tage … sowas hat man früher locker von einem Spaziergang mitgebracht und meist noch mehr:

Dann geht es ans Aussortieren, denn viele Scherben sind einfach noch zu “frisch”. Wahrscheinlich zerbrochenes Glas direkt am Strand ohne längeren Kontakt zu Seewasser und Sand. Zu scharfkantig, um sie einfach liegen zu lassen, denn da besteht Verletzungsgefahr. Also sammle ich sie ein und werfe sie später in den Müll. Es bleibt gerade mal die Hälfte übrig, was ich als Meerglas bezeichne. Doch es sind sehr schöne Stücke dabei, worüber ich mich sehr freue.

Zögern und zaudern

Es war ein langer und schöner Strandspaziergang in überaus netter Begleitung, so habe ich die Antwort auf die Frage des Abwurfs gut verdrängt. Wäre heute nochmal die Gelegenheit, eine Flaschenpost auf den Weg zu bringen? Die Vorhersage mit ständig drehendem Wind in den nächsten Stunden plus falscher Windrichtung am Folgetag hat ein “Nein” deutlich signalisiert. Doch die Flasche ist relativ schwer und würde eher von der Wasserströmung verdriftet … “Vielleicht”. Die auflaufenden Dünungswellen waren auch ziemlich gleichmäßig und nicht allzu hoch.

So stand ich also mit meiner Buddel #164 am Strand … und Hund wartete geduldig auf meine Entscheidung.

Na schön, noch ein Paar nasse Füße geholt, um auf die andere Sandbank zu kommen und dann hinein mit der Buddel. Mittlerweile war es zu dunkel, um noch Fotos zu machen, wie sie ganz gemächlich in den Wellen schaukelte. Leider war an dieser Stelle keine Sogwirkung der Ebbe zu sehen. Es blieb mir nur, eine gute Reise zu wünschen. Egal, wie weit und wohin diese führen wird.

Ähnliche Bedingungen

wie vor ein paar Tagen … stetige Brise aus SO mit 4 bft und kurz aufeinanderfolgende Dünungswellen. Ich hatte mich anhand der Vorhersage wieder auf ein Aussetzen mit Hindernissen eingestellt :-) Wir waren gute 2 Stunden nach dem Scheitelpunkt der Flut am Strand und was ich da sah, gefiel mir ausnehmend gut.

Die Dünungswellen waren relativ gleichmäßig von der Höhe, da gab es keine großen Ausreißer. Über der vorgelagerten Sandbank war noch genügend Wasser vorhanden, so dass die Wellen nicht brachen. Da könnten die Flaschen locker hinüber kommen. Ich hatte 2 Flaschen vorbereitet, wollte ursprünglich nur eine davon aussetzen und eine für einen anderen Tag aufheben. Doch bei diesen Bedingungen … schicke ich natürlich beide auf die Reise :-)

Buddel #161
Buddel #162

Zunächst den Test mit Buddel #161 … Ja, sie nahm zügig Fahrt auf und driftete mal zwischen den Wellentälern, mal segelte sie elegant über einen Wellenkamm hinweg. Na denn … Buddel #162 folgte einige Minuten später hinterher.

Das sah nach optimalen Bedingungen aus und in meiner Fantasie sah ich sie eine sehr weite Reise unternehmen. Denn der Wind soll erst am nächsten frühen Morgen auf Richtung Süd drehen, was sie noch weiter hinaus in die Nordsee treiben könnte.

Ja, sie könnten es sehr weit schaffen … doch Flaschenposten unterliegen den Spielregeln der Natur, die oft verblüffende Überraschungen bereit hält. Ich wünsche auf jeden Fall eine gute (weite) Reise und glückliche Finder!

Schluss mit der Träumerei, die Windsbraut wartete schon seit geraumer Zeit, dass ich mich endlich losreiße. Sie kennt das mittlerweile … und bewacht ihr Spielzeug, damit ich das nicht aus Versehen auch noch auf die Reise schicke. Denn sie würde es nicht aus den Nordseefluten retten. Sie ist nunmal kein Seehund ;-)

Zu schön

um wahr zu sein … Die Freude war riesengroß, als ich diese Scherbe am Strand entdeckt habe:

Ein besonderes Stück! Tagelanges Suchen wird von Erfolg gekrönt – dachte ich. Doch schon beim Aufheben stellte sich heraus: Kein Glas, sondern Plastik. Ach, wie schade! Das Einzige, was mich noch mehr überrascht hat: Diese Art Plastik reagiert mit Salzwasser und Sand genau wie Glas, es ist abgerundet und satiniert. Deshalb auch die verblüffende Ähnlichkeit mit Meerglas.

Mission Flaschenpost

Anderer Strand – neue Herausforderungen. Die Vorhersage ließ schon ahnen, dass es nicht einfach wird. Der obere Teil mit der Windvorhersage sah gut aus, Wind von SO um die 5 bft – das gibt Speed für die Flaschenposten, ich hatte 2 leichte Flaschen gewählt, die oben auf dem Wasser liegen und eher vom Wind verdriftet werden.  Doch der untere Teil versprach eine anspruchsvolle Aufgabe des Ausssetzens: Kurze und hohe Wellen am Spülsaum, Periode 3 Sekunden ist heftig, da folgt Welle auf Welle. Und die signifikante Höhe von 0,7 m lässt auf einige Brecher am Strand schließen.

Screenshot wisuki.com

Am Strand angekommen, tauchte eine weitere unerwartete Hürde auf. Der Strand wird von einem dicken Priel geteilt, den es zu überwinden gilt, wenn man bis zur Wasserkante möchte …

Ich hatte es bereits in der Vorschau und oben von den Dünen gesehen, was uns am Spülsaum erwartete:

Flaschenweitwurf ist angesagt … und in dieser Disziplin bin ich wirklich nicht gut. Vor allem nicht mit derart leichten Flaschen. Also erstmal für ein Foto aufstellen – und der Wind hat sie gleich umgeschubst. Deshalb in der Liegeposition kurz vor dem ersten Wurf …

Buddel #159 (links) und Buddel #160

Habe nicht mitgezählt, wie oft ich die beiden Flaschen eingeworfen habe … Manchmal waren sie kurz davor, wirklich rauszukommen und dann tauchte ein echter Brecher auf, der sie im Waschgang mitgenommen und auf den Strand ausgespuckt hat. Es war auch nicht möglich, beim Driften nochmal Fotos zu machen, weil ich sie kurz nach dem Wurf schon aus den Augen verloren habe in dem schnellen Auf und Ab der Wellenberge und -täler. Der einzige Helfer war die frische Brise, der sie stetig in Richtung Nordwest antrieb.

Wir sind noch fast eine Stunde an der Wasserkante spaziert und haben auf dem Rückweg Ausschau gehalten. Keine Flaschen angespült – vielleicht haben sie es doch geschafft.Und sind hoffentlich nicht in den Zulauf des Priels hineingezogen worden …

Allerdings hat eine der Flaschen leichte Blessuren davongetragen – das abgeplatzte Siegel habe ich am Spülsaum gefunden. Nun ja, ein bisschen Schwund ist immer. Hauptsache, die Flaschenposten sind unterwegs auf einer spannenden und hoffentlich langen Reise. Farewell!

Das Zeitfenster ist sehr schmal

Eigentlich … hätte ich die Flaschenpost schon am frühen Vormittag aussetzen müssen. Kam aber gestern Abend etwas dazwischen (diese Website war leer!) und so kam ich erst morgens dazu, einen Flaschenpostbrief zu schreiben und die Flasche hübsch zu dekorieren. Also erst mittags an den Strand und Zeit nehmen für das erste Foto vor der Reise.

Buddel #158 steht auf den Resten, was die letzten Sturmfluten angespült haben. Ganz viel fossiles Holz – das war eine Fundgrube zum Stöbern. Ich bin für die Schatzsuche zu spät dran. Man beachte, wie breit der Strand jetzt schon bis zum Spülsaum ist, und es sind noch knapp 3 Stunden bis zum Tiefstpunkt der Ebbe. Die Sturmfluten haben Unmengen Sand an den Strand gespült – im Gegensatz zu anderen Küstenabschnitten, wo das Wasser den Sand weggespült und ganze Strände mitgerissen hat.

Hier ein bisschen näher und Buddel #158 in voller Schönheit:

Was von Weitem nach einer ruhigen See aussah, wird zum Handicap für die Flaschenpost. Nicht nur am Strand wurde viel Sand bewegt, sondern auch im vorderen Teil der Brandungszone. Die Distanz zwischen dem Spülsaum und der zweiten Brandungszone beträgt mindestens 50 Meter. Wo vor den Sturmfluten einige Sandbänke vorhanden waren, ist nun eine massive Sandbank entstanden. Dort brechen die Wellen und lassen nichts durch.

Zusätzliche Probleme: der schwache Wind (NO, 2 bft), unterschiedlich starke Dünungswellen, die kurz hintereinander und auch noch von verschiedenen Seiten auflaufen, also eine Kreuzsee im Miniformat im Teil vor der Sandbank. Die Chance, dass die Flasche rauskommt, liegt bei Null …

Nun ja, ich bin ein geduldiger Mensch, doch das schmale Zeitfenster setzt mich unter Druck. Die einzige Zeit, die ich mir nehme, am Strand entlang zu laufen und zu schauen, ob es irgendwo eine Lücke in der Brandungszone der vorderen großen Sandbank gibt – die einzige Passage, wo der Hauch einer Chance besteht, dass die Flasche hindurchkommt.

Und dann werfe ich die Flasche ein … einmal, zweimal, dreimal, viermal … Beim fünften Mal wird sie nicht angespült, sondern driftet ein bisschen in Richtung Sandbank.

Irgendwann verliere ich sie aus den Augen, als sie ungefähr 30 Meter vom Spülsaum entfernt ist. Erstmal einen Spaziergang am Strand machen und in ca. 1 Stunde schaue ich nochmal am Spülsaum, ob sie wieder angespült wurde. Nichts gefunden und nichts im Wasser entdeckt … ich drücke ganz fest die Daumen, dass sie es hinaus in die weite Welt geschafft hat! :-)

Fundmeldung!

Ehrlich gesagt, ist der Eingang der Fundmeldung meiner Buddel #156  schon etwas länger her, nämlich vom 16.12.2021 per Mail. Angefügt war ein Brief vom 06.12.2021. Da ich bisher auf meine Rückfragen noch keine Antwort erhalten hatte, kann ich nur mutmaßen, dass die Flaschenpost Anfang Dezember 2021 gefunden wurde. Gar nicht so weit entfernt von der Stelle, wo ich sie ausgesetzt hatte, aber sie hat wohl um die 14 Tage eine Parallelreise zum Strand unternommen.

Auf jeden Fall wurde meine Buddel#156 von einer Lehrerin mit in die Schule genommen, wo der Brief meiner Flaschenpost zum Diskussionsgegenstand für Schüler einer 8. Klasse im Englisch-Unterricht wurde. Wie schön! Das freut mich ungemein, dass die Schüler über den Inhalt diskutiert haben und daraufhin auch einen Brief an mich mit einigen Fragen formuliert haben. Das ist doch eine schöne und sehr ungewöhnliche Geschichte einer Flaschenpost!

Vielleicht bekomme ich ja noch Antworten, dann werde ich das hier nachtragen. Herzlichen Dank für die super nette Fundmeldung!

Strand in je hand

So lautet der Titel eines wunderbaren Foto-Bildbandes, das ich als Geschenk erhalten habe von Frodo. “Strand in deiner Hand” – der Titel trifft den Nagel auf den Kopf. Wundervolle Fotos begleitet von inspirierenden Gedanken. Es ist kein Buch zum Durchblättern – ganz im Gegenteil. Erst das Zitat lesen und wirken lassen und sich dann das Foto anschauen und darin versinken …

Screenshot strandinjehand.nl/

Den Screenshot habe ich der zugehörigen Website  strandinjehand.nl entnommen, ich hoffe, dass es in Ordnung ist. Allein schon das Cover ist einfach großartig. Mit dem Strand in der Hand ist man sofort vor Ort, kann den Strand mit allen Sinnen erfassen. Die Wellen rauschen hören, die salzige Luft riechen und schmecken, den Wind im Gesicht, in den Haaren und auf der Haut spüren, den Blick schweifen lassen, um das großartige Panorama aufzunehmen.

Eine tolle Bezeichnung für einen Bildband lautet auf Niederländisch “koffietafelboek” – das finde ich doch viel hübscher und treffender. Denn ich habe die Fotos heute an meiner Kaffeetafel genossen :-) Und werde das noch häufiger tun!

Einfach genial, es ist ein grandioses und sehr großzügiges Geschenk, das mir für meine Flaschenpost gemacht wurde. So ist das “Fortune” auf beiden Seiten. Ich bedanke mich ganz herzlich und werde diese ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte der Buddel #157 immer im Herzen tragen.