Meine erste Flaschenpost?

Mein Leben lang schon auf der Suche – und dieses Glas hat meine Begleitung am Strand gefunden, als ich gerade davon erzählte, wie gern ich doch meine erste Flaschenpost finden würde …

Keine Flasche, aber ein Glas mit Inhalt. Es gluckerte innen. So vom Äußeren sah es ziemlich verkokelt aus und war mit ganz vielen Lagen Klebestreifen umwickelt. Auf dem langen Rückweg hielt sich meine Vorfreude in Grenzen – ich dachte darüber nach, ob es vielleicht eine Urne mit Inhalt sein könnte …

Auf dem Müllcontainer abgestellt und erstmal ein Foto gemacht. Dann fing ich an, Schicht um Schicht des transparenten Klebebands abzuwickeln. Irgendwann war ein Eckchen des Aufklebers frei: Ursprünglich enthielt dieses Glas Aprikosenmarmelade, wie die italienische Beschriftung verriet. Doch irgendwie wurde mein Gefühl mulmiger.

Je mehr Schichten ich abwickelte, desto mehr roch es nach Verbranntem und ein Schwefelgeruch wurde stärker. Kurz vor den letzten Streifen kam ein weiterer beißender Geruch hinzu … Nee, muss ich nicht haben. So neugierig bin ich nicht, um dieses Glas zu öffnen. Das Kopfkino bereitete mir in der Geruchskulisse schon Horrorfilme. Ich habe das Glas ungeöffnet in den Müllcontainer geworfen.

Meine erste Flaschenpost, die ich hoffentlich noch in diesem Leben finden werde, stelle ich mir ganz anders vor …