Mission Flaschenpost

Anderer Strand – neue Herausforderungen. Die Vorhersage ließ schon ahnen, dass es nicht einfach wird. Der obere Teil mit der Windvorhersage sah gut aus, Wind von SO um die 5 bft – das gibt Speed für die Flaschenposten, ich hatte 2 leichte Flaschen gewählt, die oben auf dem Wasser liegen und eher vom Wind verdriftet werden.  Doch der untere Teil versprach eine anspruchsvolle Aufgabe des Ausssetzens: Kurze und hohe Wellen am Spülsaum, Periode 3 Sekunden ist heftig, da folgt Welle auf Welle. Und die signifikante Höhe von 0,7 m lässt auf einige Brecher am Strand schließen.

Screenshot wisuki.com

Am Strand angekommen, tauchte eine weitere unerwartete Hürde auf. Der Strand wird von einem dicken Priel geteilt, den es zu überwinden gilt, wenn man bis zur Wasserkante möchte …

Ich hatte es bereits in der Vorschau und oben von den Dünen gesehen, was uns am Spülsaum erwartete:

Flaschenweitwurf ist angesagt … und in dieser Disziplin bin ich wirklich nicht gut. Vor allem nicht mit derart leichten Flaschen. Also erstmal für ein Foto aufstellen – und der Wind hat sie gleich umgeschubst. Deshalb in der Liegeposition kurz vor dem ersten Wurf …

Buddel #159 (links) und Buddel #160

Habe nicht mitgezählt, wie oft ich die beiden Flaschen eingeworfen habe … Manchmal waren sie kurz davor, wirklich rauszukommen und dann tauchte ein echter Brecher auf, der sie im Waschgang mitgenommen und auf den Strand ausgespuckt hat. Es war auch nicht möglich, beim Driften nochmal Fotos zu machen, weil ich sie kurz nach dem Wurf schon aus den Augen verloren habe in dem schnellen Auf und Ab der Wellenberge und -täler. Der einzige Helfer war die frische Brise, der sie stetig in Richtung Nordwest antrieb.

Wir sind noch fast eine Stunde an der Wasserkante spaziert und haben auf dem Rückweg Ausschau gehalten. Keine Flaschen angespült – vielleicht haben sie es doch geschafft.Und sind hoffentlich nicht in den Zulauf des Priels hineingezogen worden …

Allerdings hat eine der Flaschen leichte Blessuren davongetragen – das abgeplatzte Siegel habe ich am Spülsaum gefunden. Nun ja, ein bisschen Schwund ist immer. Hauptsache, die Flaschenposten sind unterwegs auf einer spannenden und hoffentlich langen Reise. Farewell!