Dann doch lieber Meerglas suchen

Nach dem gestrigen Erlebnis mit dem Marmeladenglas habe ich mich lieber wieder auf das Sammeln von Meerglas konzentriert. In der letzten Woche hatte ich Begleitung beim Suchen. Das erklärt auch die großen Mengen an Fundstücken – vier Augen sehen eben mehr als zwei.

Nun bin ich allein unterwegs und die Ausbeute ist kleiner. Aber es sind immer noch sehr schöne Scherben dabei, vor allem eine Farbvielfalt.

Aha …

Ein Spaziergang an einem anderen Strand – und die Ausbeute ist wie gewohnt in den letzten Jahren. Die Fundstücke kann man an einer Hand abzählen – und die Hälfte davon ist noch viel zu jung. Dafür gab es als “Trostpflaster” aber ein wunderschönes Exemplar einer Wellhornschnecke, die fast perfekt erhalten ist.

Fast wie auf der Postkarte

die ich vor einiger Zeit erhielt und womit der Absender meine Vorfreude schürte:

Aus der Vorfreude ist Freude geworden, diese Szenerie live und in Farbe zu erleben. Heute also ein Strandspaziergang. Die Nordsee ist zwar nicht sehr bewegt, doch die Algen produzieren eine Menge Schaum.

Zeit, um auf Meerglassuche zu gehen. Wobei die Scherben an diesem Strand rar sind aus der Erfahrung. Deshalb war die Überraschung über die Fundstücke nach knapp zwei Stunden umso größer:

Aussortieren werde ich später, da einige Scherben zu frisch sind und (bei mir) noch nicht als Meerglas durchgehen. Aber so eine riesige Ausbeute von einem Spaziergang, das ist für hiesige Verhältnisse echt ungewöhnlich. Ich hoffe, dass mir das Glück hold bleibt. Der Blick auf Wettervorhersage und Gezeitenkalender verspricht sogar Flaschenposttage.

Abschiedsgeschenke

Die letzte Runde für dieses Mal …

Wird uns fehlen … Um den Abschied zu versüßen, hat mir die Nordsee noch einige schöne Meerglasscherben vor die Füße gelegt. Hatte ich doch nicht so viel Glück in den letzten Tagen bei der Suche. Und heute hat sie mir welche ganz auffällig präsentiert – sehr schöne unterschiedliche Grüntöne und eine kleine hellblaue Scherbe. Dankeschön!

Wie gehabt

der Strand ist hier sehr sauber und Fundstücke von Meerglas sind rar. Und dazu in den meisten Fällen auch noch viel zu junge und scharfkantige Scherben, wie der Flaschenboden. Fällt eher unter Müll. Meine bisherige Ausbeute:

Das Stück Flaschenhals lasse ich gerade noch so durchgehen, weil der obere Rand ein wenig satiniert ist.

Wieder da!

An unserem Seelenort – um Spuren zu suchen und Spuren zu hinterlassen.

Der Strand war für einen Sonntag heute Nachmittag leer, kaum Menschen unterwegs. Der Grund: Es war biestig windig und frisch – von Nordost kommend mit Windstärke 4 bft (angesagt). Doch wenn die Wellenkämme lange Gischtfahnen tragen vom Gegenwind, dann dürfte es auch Stärke 6 bft gewesen sein. Darauf deutete auch der Sandstrahler am Strand.

Tja, leider keine Flaschenpost gefunden … Wie sieht es denn aus, um selbst welche auszusetzen? Nachdem ich die einschlägigen Quellen der Wettervorhersage sowie den Gezeitenplan befragt habe, gibt es für diese Woche sogar 4 Chancen:

Screenshot wisuki.com

Also Aussetzen immer am späten Nachmittag bis Abend … zum Sonnenuntergang. Wenn es denn mit dem angekündigten (Nord)Ostwind so kommt. Morgen wäre also die erste Möglichkeit.

Es gab wieder viel fossiles Holz am Strand und gestern muss es auch ziemlich aufgewühlt mit reichlich Meerschaum gewesen sein. Denn die “Jagdgründe” waren mit einer abgetrockneten Schicht überzogen, die alles einfarbig graubraun hinterlässt und man nichts finden kann. Aber ich hatte Glück und habe an anderen Stellen zwei Scherben Meerglas gefunden:

Fundstücke

Hier habe ich noch einige Meerglasscherben gefunden:

Einige davon noch ziemlich jung. Mir gefällt die Ausbeute an Farben :-) Die beiden weißen Scherben haben einige Prägungen. Links ist es ein Teil eines Flaschenbodens und rechts scheint es Teil einer geprägten Mineralwasser-Flasche zu sein. Für ein Trinkglas ist die Scherbe zu dickwandig.

Sehr schön ist die hellblaue Scherbe. An ihr zeigt sich – wie bei vielen anderen Meerglas Stücken -, dass die Scherbe sehr lange halb eingegraben im Sand lag. Die Oberseite ist schon gut satiniert, die Unterseite hingegen noch völlig blank.

Da schießt mir gerade der Gedanke durch den Kopf, ob es vielleicht auch ähnlich mit den ausgesetzten Flaschenposten passiert. Besonders, wenn sie im “Schleudergang” der Nordsee eingeworfen werden. Vielleicht werden sie auch erst im Sand verschüttet und viel später wieder freigespült. Ich werde die Finder mal danach fragen, wie denn die Flasche beim Fund äußerlich aussieht.